13.09.2017

Lollapalooza Berlin - Day 1

Wer mir auf Instagram folgt, hat vermutlich mitbekommen, dass ich letztes Wochenende auf dem Lollapalooza Berlin war. Nachdem die Freundin, mit der ich ursprünglich hin wollte, abgesprungen ist, bin ich alleine losgezogen, was aber nicht weiter schlimm war und sich zudem schnell erledigt hatte.
Der Ein oder Andere erinnert sich vielleicht noch an die Band Eau Rouge, über deren Konzert ich schon mal einen Konzertbericht geschrieben habe. Die Jungs haben den Musikdurstig Newcomer Wettbewerb gewonnen und durften die Mainstage am Lollapalooza eröffnen. Über sie habe ich noch vor Beginn des Konzerts zwei Mädchen kennen gelernt, mit denen ich dann tatsächlich die ganze Zeit auf dem Festival verbracht habe. Wir haben uns einfach super verstanden und vor allem einen ähnlichen Musikgeschmack, weswegen wir zum perfekten Festival-Team wurden.
Aber von Anfang an: weil Eau Rouge ja die MainStage eröffnet haben, bin ich sehr früh zum Lollapalooza gefahren, was mir auch überfüllte Bahnen und langes Anstehen erspart hat. Und ich konnte mir das Gelände ganz in Ruhe anschauen, es war nämlich wirklich super schön gemacht!  
Eau Rouge sind dann selbstverständlich der erste Act, den wir uns anschauen. Trotz des Regens und der frühen Uhrzeit sind tatsächlich auch schon einige Leute da, um sich das Konzert anzuhören. Die Leinwände sind zwar noch ausgeschaltet und ich glaube, dass auch aus den hinteren Boxen noch keine Musik kommt, aber vom Sound her reichte es trotzdem völlig aus. Die Jungs machen eine gute Show und die Stimmung ist trotz des grauen Wetters super. Neben den Songs von ihrem ersten Album "Nocturnal Rapture" spielen Eau Rouge auch ein neues Lied, "Closer". Die drei Jungs aus Schwäbisch Gmünd meinten später selber, dass sie wohl noch nie zuvor auf so einer großen Bühne gespielt haben. Dafür ist ihr Auftritt sehr souverän, die Stimmung ist gut, Eau Rouge bringen die Leute mit ihren Songs trotz der frühen Uhrzeit zum Tanzen.
Nach etwas über einer halben Stunde ist der große Auftritt dann aber schon wieder vorbei und wir ziehen weiter Richtung Perry Stage, wo Filous auflegt. Für mich ist das eher ein Lückenfüller, weshalb ich mir davor auch keine großen Gedanken über den Act mache. Was ich aber auf keinen Fall erwartet habe, ist der etwas schüchtern und nerdig wirkende Typ dort vorne auf der Bühne, der eine aber eine gute Show hinlegt. 
Generell gehe ich zwar auf Techno feiern, beschäftige mich aber kaum mit DJs, weshalb ich mir auch keine speziellen Acts auf der Perry Stage ausgesucht habe. Allerdings ist diese Bühne einfach immer perfekt, wenn man gerade "Pause" hat und trotzdem tanzen möchte, denn das kann man dort super!
Nach Filous testen wir, da wir sehr hungrig sind, das Cashless-System. Obwohl ich zu Beginn nicht von dem Konzept, im Voraus Geld auf mein Ticket zu laden, begeistert war, finde ich das Ganze letztendlich super. Die Wartezeiten an den zahlreichen Essensständen sind gering, wenn man es in Relation zu den Menschenmengen sieht. So halten wir innerhalb von wenigen Minuten unsere Falafel in der Hand und stärken uns ein bisschen, während unsere Handys an einer der Ladestationen Saft tanken.




Das nächste Konzert, auf das wir gehen ist Bear's Den. Ich habe zuvor noch nie von der englischen Folk-/Indieband gehört, aber das Konzert gefällt mir total. Die Stimmung ist gut und so langsam füllt sich das Gelände auch mehr und mehr. Trotzdem haben wir noch genug Platz um vorne zu stehen und zu tanzen. Obwohl es mir super gefällt glaube ich, dass der Sound mehr in eine dunkle Konzerthalle, als tagsüber auf ein Festival passen würde.
Da wir schon seit zehn auf dem Festivalgelände unterwegs sind, gönnen wir uns anschließend eine kleine Pause, bevor der ganze Abend-Wahnsinn losgeht. Wir verbringen eine Weile in der Warsteiner/Musikdurstig-Lounge, trinken etwas, ruhen ein bisschen aus und treffen uns mit Eau Rouge. Zwischendurch gehen wir noch kurz zu George Ezra, was nicht so meine Musik ist, aber an sich ist das Konzert nicht schlecht.
Zu den Beatsteaks gehen wir dann alle zusammen, das heißt wir sind eine ziemlich große Gruppe. Während ich sonst bei Konzerten meist so weit vorne wie möglich stehe, lege ich beim Lollapalooza darauf weniger Wert. Geht ja auch schwierig, wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist und wenn man nicht nur ein bisschen wippt, sondern richtig tanzt. Aber es ist sowieso auch hinten perfekt: der Sound an den beiden Mainstages ist super, wir stehen kurz hinter der hinteren Leinwand, an der auch Boxen angebracht sind. Es ist laut genug, gleichzeitig bekommen wir keinen Gehörschaden und wir sehen sowohl die Bühne, als auch die Leinwand. Und vor allem: wir haben Platz zu tanzen und herum zu hüpfen. Was auch das ist, was wir hauptsächlich machen. Die Stimmung bei den Beatsteaks ist echt super, sie spielen neue und ältere Lieder und wir haben einfach unglaublich viel Spaß. Die Band schafft es als erste an diesem Tag, wirklich das gesamte Gelände zu begeistern und das Lollapalooza in eine riesige Party zu verwandeln.
Anschließend holen sich die Jungs etwas zu Essen, während wir drei direkt weiter zu Marteria gehen, denn die Übergänge sind nahtlos, kaum endet der Act auf MainStage1, geht es auf MainStage2 weiter. 
Ich hatte schon sehr viel Gutes über Marterias Konzerte gehört und finde seine Musik auch okay, wobei ich hauptsächlich die älteren Songs kenne, da ich ja alleine generell andere Sachen höre. Aber es stellt sich heraus, dass das völlig egal ist, denn sobald Marteria loslegt, ist gefühlt das ganze Gelände ein einziges Fest. Überall wird getanzt, mitgesungen und gehüpft, die Stimmung ist einfach unglaublich. Bei Songs wie "Marteria Girl", "Das Geld muss weg" und "Aliens" rastet das Publikum komplett aus. Aber nicht nur das, Marten hat auch Gäste dabei, Arnim von den Beatsteaks, Miss Platnum und Casper. So macht er seinen Auftritt zu etwas Besonderem, die Menge freut sich hörbar. 
Wer selbstverständlich auch nicht fehlen darf - wie kann dem auch anders sein - ist sein Alter-Ego, Marsimoto. Im Nu ist die ganze Rennbahn Hoppegarten in "Green Berlin" verwandelt, grüner Nebel zieht über das Lollapalooza, die Menge singt grüner Samt. 
Als Marteria zurück ist, folgen noch ein paar Lieder, wie zum Beispiel "Lila Wolken", was perfekt zum Himmel passt, auf dem das Abendrot leuchtet. Wie Casper und Marteria so schön singen "alles verboten, trotzdem machen", fordert Marten die Menge gegen Ende zu einem riesigen Moshpit auf, obwohl Moshpits vom Veranstalter verboten sind. Am Schluss wird ihm der Ton abgestellt, noch während er in der Menge badet. Denn auch wenn die Organisation an manchen Stellen zu wünschen übrig lässt, der Zeitplan wird beim Lollapalooza strikt eingehalten - und nun beginnen nebenan Mumford&Sons.
Völlig verschwitzt wechseln wir zur anderen MainStage, um den Headliner Mumford&Sons zu sehen. Die britische Folk-Rock-Band beginnt zu spielen, sobald bei Marteria die Musik abgestellt ist. Die vierköpfige Band legt einen soliden Auftritt hin. Sie haben am Samstag den längsten Slot, zwei Stunden spielen sie eine Mischung aus älteren und neueren Songs. Wir tanzen und haben Spaß, die ganze Show ist gut, aber nicht überwältigend. Am Ende frage ich mich, ob das der angemessene Abschluss eines Festival-Tags ist, oder ob nicht lieber Marteria der Headliner hätte sein sollen...

Ursprünglich wollten wir noch zu Two Door Cinema Club, aber stattdessen treffen wir uns alle wieder beim Musikdurstig-Stand und gehen Richtung Perry Stage, wo gerade Boys Noize spielt. Das einzige, was mir dazu einfällt, ist: Holla die Waldfee. Das, was da läuft, ist kein sanfter Tanz-Techno, das ist reine Eskalation, In-die-Fresse. Lange halten wir es, nach dem langen Tag nicht aus. Letztendlich gefällt uns auch das Red-Bull Zelt, in dem die Leute auf dem Tresen tanzen, viel viel besser, um den Tag ausklingen zu lassen...
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Kommentare

  1. Hello meine Liebe!

    Ich habe schon auf Instagram ein paar Eindrücke von deinem Wochenende gesehen - und alter falter war ich neidisch. Das Lollapalooza steht auch noch auf meiner Festivalliste, gleich nach dem Rock am Ring.
    Es klingt nach einem schönen, perfekten und auch anstrengendem ersten Tag, nachdem einem sicher die Füße gebrannt haben, haha.
    Materia ist einfach unglaublich! Ich habe sie 2014 auf einem Festival gesehen und ich wurde genauso mitgerissen, wie du es beschrieben hast. Und bei Mumford&Sons stimme ich dir auch zu. Letztes Jahr auf dem Hurricane waren sie am Sonntag die letzte Band und als Abschluss habe ich mir auch etwas mehr erwartet. Klar, die Songs von Mumford&Sons sind super, nur kam die Stimmung nicht wirklich rüber.

    Ich wünsche dir jetzt schon mal ein schönes Wochenende!
    Anna :-)
    https://wwwannablogde.blogspot.de/

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    1. Vielen Dank!
      Rock am Ring steht auch ganz oben auf meiner Liste!
      Oh das freut mich, dass es nicht nur mir so ging mit Mumford&Sons!

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  2. Alter Finne, ich glaube ich war dabei auf dem Festival, so ausführlich war der Bericht. Toll!

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